• Landschaftsaufnahme Jenner und Hoher Göll
  • Pflanze im Nationalpark
  • Adlerküken im Nest
  • Landschaftsaufnahme Hoher Göll mit Blick vom Rossfeld
  • Edelweiss
  • Gämse im Gelände
  • Kindergruppe im Wimbachtal
  • Alpenbockkäfer
  • Forschung im Nationalpark Berchtesgaden
  • Landschaftsaufnahme über den Königssee Richtung Berchtesgaden
  • Fuchs - blickend aus Höhle
  • Funtensee - der kälteste See in Deutschland
  • Wanderer auf dem Kahlersberg
  • Steinböcke im Nationalpark Berchtesgaden
  • Röthbachwasserfall am Königssee

Aufgaben des Nationalparks Berchtesgaden

Der Nationalpark Berchtesgaden hat sich als einziger Alpennationalpark Deutschlands viele Aufgaben gestellt. Im Vordergrund steht grundsätzlich der Schutz der Natur. Dabei tritt der Mensch in den Hintergrund und die natürlichen Abläufe in der Natur auf möglichst großer Fläche stehen im Vordergrund. Naturschutz ist somit ein zentraler Baustein für eine nachhaltige Entwicklung.


„Natur Natur sein lassen“ ist das Motto der deutschen Nationalparks und fordert, die Entwicklung der Natur möglichst wenig zu beeinflussen. So bleiben beispielsweise umgestürzte Bäume liegen und werden so zu neuem Lebensraum für Käfer & Co.


Auch der Tourismus zählt zu den Aufgaben des Nationalparks: Das bewusste Erleben der Natur mit allen Sinnen, das Beobachten natürlicher Vorgänge und das Aufzeigen der Auswirkungen menschlicher Eingriffe in die Natur steht im Vordergrund für naturfreundlichen Tourismus.


Ebenfalls zu den Aufgaben des Nationalparks zählt die Erziehung, sowie die Aus- und Fortbildung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen: Das Verständnis für die Ansprüche unserer natürlichen Umwelt sowie der Wille, die Fähigkeiten und Fertigkeiten, persönlich daran mitzuarbeiten, sollen nachhaltig gestärkt werden.


Aber auch die Zusammenarbeit mit den anderen Schutzgebieten des Alpenraums ist eine wichtige Aufgabe, um einen staatenübergreifenden Lebensraum zu stärken und guten Naturschutz zu verwirklichen.

 

Die Natur

Die Hochgebirgslandschaft des Nationalparks Berchtesgaden zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Vielfalt an Lebensräumen aus:


Beinahe alle Vegetationszonen von den mittleren Breiten bis zum Polarkreis mit ihren typischen Tier- und Pflanzenarten sind hier vertreten.


Bisher bekannt sind rund 15 Fisch-, 8 Amphibien-, 6 Reptilien-, ca. 100 Brutvögel- und 40 Gastvogel- und 55 Säugetierarten. Bei Pflanzen sind bisher rund 2000 Pilz-, 640 Flechten-, 400 Moos- und 1000 Gefäßpflanzenarten bekannt. Die wirbellosen Tierarten sind bisher nur lückenhaft bekannt: In Quellen wurden ca. 700 Wirbellose nachgewiesen, davon acht Erstnachweise. Im Wimbachtal wurden zudem 118 Spinnen- und 27 Laufkäferarten aufgenommen.


Alle Tier- und Pflanzenarten im Nationalpark stehen prinzipiell unter Schutz, einige davon auch auf der Roten Liste. Für die Entstehung dieser vielfältigen Lebensräume sind (unter anderem) die Einflussfaktoren Geologie, Böden, Gewässer und Klima verantwortlich.


Auf den folgenden Seiten finden Sie Beschreibungen des Ökosystems Nationalpark Berchtesgaden und Links zu den jeweiligen Kapiteln im Nationalparkplan (2001) sowie aktuelle Daten und Fakten.


Mehr Informationen:

Tiere

Der Nationalpark beherbergt die typischen Tierarten eines nordalpinen Gebirgsraumes. Hier stellen wir Ihnen die bekanntesten vor. Ausführliche Informationen über diese und weitere Tierarten sowie deren Lebensräume finden Sie im Buch „Die Tierwelt im Nationalpark Berchtesgaden“.

 

 

Der Steinadler

 

Steinadler

 

Wenn der Steinadler seine weiten Kreise über den Tälern des Nationalparks zieht oder an den Steilhängen im Gleitflug auf Jagd geht, ist dies ein beeindruckendes Erlebnis. In den letzten Jahren lebten bis zu 6 Brutpaare im Nationalpark und seinem Vorfeld. Seit 1994 steht der Steinadler durch das Projekt der Allianz-Stiftung „Schutz der Steinadler in den Alpen“ unter besonderer Beobachtung.

 

Kennzeichen:

Spannweite bis zu 2 m, Gefiederfarbe überwiegend dunkelbraun.

 

 

Die Gams/Gämse

 

Gams im Sommerkleid

 

Die Gämse kann man im Sommer vor allem in den Hochlagen beobachten. Im Winter zieht sie eher in tiefere, geschützte Bereiche. Sie kann ausgesprochen gut klettern, da sie mit ihren elastischen Sohlen selbst im steilen Fels noch Halt findet. Das Projekt „Lebensraumansprüche der Gemse“ setzte sich intensiv mit dieser Tierart auseinander.

 

Kennzeichen:

im Sommer gelbbraun mit einem schwarzen sog. Aalstrich auf dem Rücken. Im Winter deutlich längeres und dunkelbraunes Fell. Aufrechte, an der Spitze stark gekrümmte Hörner.

 

 

Der Steinbock

 

Steinbock

 

Bis 2011 nahm man an, die heute im Nationalpark lebenden Steinböcke seien keine heimische Tierart, da sie Anfang der 1930er Jahre zu Jagdzwecken ausgesetzt wurden. Doch dann entdeckte ein Forscher in einer Höhle rund 1250 Jahre alte Knochen, die bewiesen, dass Steinböcke bis ins frühe Mittelalter hinein in der Berchtesgadener Alpen lebten.

 

Kennzeichen:

braunes, kurzes Fell, mächtige, große, leicht nach hinten gebogene Hörner.

 

 

Das Murmeltier

 

Murmeltier

 

Das Murmeltier („Mankei“) lebt im Familienverband in der Region der alpinen Matten und auf Weideflächen unterhalb der Waldgrenze. Gut zu beobachten sind Murmeltiere in den Bereichen Jenner, Gotzen- und Wasseralm und am Funtensee. Im Winter halten sie in ihren unterirdischen Bauen Winterschlaf.

 

Kennzeichen:

Nagetier, etwas größer als ein Kaninchen. Fell gelb- bis schwarzbraun, buschiger Schwanz mit schwarzer Spitze.

 

 

Das Rotwild

 

Rotwild bei der Wildfütterung im Klausbachtal

 

Die größten Waldtiere im Nationalpark sind das Rotwild. Die Hirsche tragen mächtige Geweihe, die sie für ihre Brunftkämpfe benötigen. Im Herbst ist ihr Röhren in der Abenddämmerung im Klausbachtal weithin zu hören. Im Winter zieht das Rotwild in tiefere Lagen. Um hier den Wald vor übermäßigem Verbiss zu schützen, wurden im Nationalpark Wildfütterungen eingerichtet. Im Frühjahr verlässt das Wild die Fütterung und zieht sich wieder in höhere Lagen zurück.

 

Kennzeichen:

rotbraunes Fell, männliche Tiere tragen ein großes Geweih.

 

 

Die Pflanzenwelt des Nationalparks

Der Nationalpark beherbergt die typischen Pflanzenarten eines nordalpinen Gebirgsraumes. Hier stellen wir Ihnen die bekanntesten vor. Ausführliche Informationen über diese und weitere Pflanzen finden Sie im Buch „Die Pflanzenwelt im Nationalpark Berchtesgaden“.

 

 

Edelweiß

 

Edelweiß

 

Das Edelweiß besteht aus kleinen, gelben Blütenköpfen, die von weißfilzigen, zungenförmigen Hochblättern umgeben sind. Die Behaarung hilft der Pflanze, bei hoher Sonneneinstrahlung und Wind die Verdunstung gering zu halten. Früher war das Edelweiß relativ häufiger Bestandteil der Rasen oberhalb der alpinen Waldgrenze. Heute besiedelt es selten magere Rasen und schwer zugängliche Felsspalten.



Enzian

 

Stengelloser Enzian

 

Im Nationalpark gibt es verschiedene Enzianarten: Der Stengellose Enzian mit seinen blauen, glockenförmigen Blüten ist von den Tälern bis hinauf in die alpine Mattenregion zu finden. Zur Schnapsgewinnung dienen die Wurzeln des Punktierten und des Ungarischen Enzians. Der Frühlingsenzian mit seinen strahlend blauen, sternförmigen Blüten wird auch „Schusternagel“ genannt.



Bergahorn

 

Blatt vom Berg-Ahorn - piclease.com | Klaus Reitmeier

 

Bis zu 600 Jahre alt und bis zu 40 m hoch kann der Bergahorn werden. Seine Borke ist glatt, graugelb und oft mit Farnen, Moosen oder Flechten bewachsen, die Blätter sind fünflappig mit ungleich gesägtem Rand. Als ein Bestandteil bildet der Bergahorn mit Fichte, Tanne und Buche den natürlichen Bergmischwald.

 

 

Die Geologie des Nationalparks

Der geologische Aufbau wird im Wesentlichen von Gesteinen der Trias bestimmt. Die Berggipfel und Hochflächen des Nationalparks bestehen größtenteils aus sehr mächtigem, flachlagerndem Dachsteinkalk über grusig zerfallendem und von Runsen durchzogenem Ramsaudolomit.

 

Stellenweise stehen im Sockel tonige, leicht verwitternde Werfener Schichten an. Nur in geringerem Umfang liegen Reste von jüngeren Schichten der Jurazeit auf den Hochflächen oder sind an den Bergflanken aufgeschlossen. Infolge der geologischen Voraussetzungen überwiegen wenig entwickelte Böden.

 

 

Geologie erleben im Wimbachtal

 

Megalodonten im Steinernern Meer

 

70 Millionen Jahre Erdgeschichte, sieben Infotafeln, ein Nationalpark:

 

 

Die Böden des Nationalparks

 

Bergwiese mit Bergsilhuette

 

Die Bodenentwicklung verläuft in den Berchtesgadener Alpen je nach chemischer Zusammensetzung und Verwitterungsgeschwindigkeit der Ausgangsgesteine und je nach Geländerelief sehr variabel. Selbst innerhalb einer Fläche von einem Quadratmeter können die Bodenverhältnisse mehrfach wechseln.

 

Insgesamt überwiegen wenig entwickelte Böden. Die Bodenmächtigkeit beträgt an den Hängen im Schnitt 30-60 cm. Jahrhunderte lange Kahlschlagwirtschaft, Beweidung und Streunutzung (Verwendung der Laubauflage des Bodens als Stalleinstreu) führten vielerorts zu verstärktem Bodenabtrag.

 

Die im Gebiet sehr unterschiedlichen Bodenverhältnisse (Bodenmächtigkeit, Nährstoffgehalt bzw. -verfügbarkeit, pH-Wert, Wasserhaushalt) sind zusammen mit weiteren Faktoren wie etwa Geländeklima und Exposition (z. B. Nord- und Südhang) für eine ausgesprochen vielfältige Pflanzen und Tierwelt (Bodenlebewesen) verantwortlich. Entsprechend verschiedenartig ist auch die Möglichkeit menschlicher Nutzung.

 

 

Gewässer im Nationalpark Berchtesgaden

 

Wasserfall im Wimbachtal

 

Die Berchtesgadener Alpen gehören dem Einzugsgebiet der Salzach und somit dem danubischen Flussgebiet an. Hauptvorfluter ist die Berchtesgadener Ache, die Tormannbach, Almbach, Gernbach, Königsseer, Bischofswieser und Ramsauer Ache einschließlich Wimbach und Klausbach aufnimmt und nach Nordosten in das Salzburger Becken und damit in die Salzach entwässert. Der nördlichste Teil des Biosphärenreservats entwässert in die Saalach, die ebenfalls der Salzach zufließt. Über die Donau gelangt

 

 

Klima - Extreme Bedingungen

 

Gewitterblitze über dem Kehlsteinhaus

 

Das Klima im Alpenraum zeichnet sich durch extreme Wetterschwankungen aus. Dies trifft insbesondere auf das Gebiet des Nationalparks zu, das mit seinen beträchtlichen Höhendifferenzen für stark wechselnde klimatische Verhältnisse auf engem Raum verantwortlich ist. Schneeeinbrüche sind in den Hochlagen auch im Sommer nicht ungewöhnlich, Gewitter können schnell aufziehen und mit starkem, kaltem Wind muss jederzeit gerechnet werden.

 

Die Nationalparkverwaltung unterhält gemeinsam mit verschiedenen Partnern rund 30 Klimastationen. Weitere sind geplant. Sie tragen zu einer besseren Einschätzung der Lawinenlage sowie zur langfristigen Beobachtung der Klimaentwicklung bei.

 

 

Der Naturschutz im Nationalpark

Dabei steht der Schutz der gesamten Natur an erster Stelle. Dies bedeutet zum einen, dass alle Tiere, Pflanzen und Lebensräume im Nationalpark geschützt sind, zum anderen, dass die Natur in weiten Bereichen des Nationalparks sich selbst überlassen wird. Der Mensch verzichtet hier bewusst auf Eingriffe in die natürliche Dynamik.

 

Nicht der gesamte Nationalpark kann aus der Nutzung vollständig herausgenommen und sich selbst überlassen werden. Traditionelle Nutzungen, wie zum Beispiel die Almwirtschaft oder die Fischerei, sollen weiterhin betrieben werden.

 

Aus diesem Grund hat man den Nationalpark in verschiedene Zonen aufgegliedert: in eine Kernzone, eine permanente und eine temporäre Pflegezone. In der Kernzone des Nationalparks soll sich die Natur möglichst unbeeinflusst vom Menschen entwickeln können. In der permanenten Pflegezone gilt als vorrangiges Ziel die Pflege der Kulturlandschaft.

 

Die für das Weiterbestehen schützenswerten Lebensräume bzw. Landschaftsteile erforderlichen Nutzungen sollen in traditioneller Weise fortgesetzt werden. In der temporären Pflegezone werden zeitlich begrenzt ausschließlich Maßnahmen der Schalenwildregulierung durchgeführt. Nach 10 Jahren sollen diese Flächen in die Kernzone überführt werden.

 

Die vier Ziele eines Nationalparks sind:

 

  • Schutz der gesamten Natur
  • Forschung
  • Erholung
  • Umweltbildung / Öffentlichkeitsarbeit

 

Mehr Informationen:

Gesetzliche Grundlagen

Vor dem Hintergrund der nationalen und internationalen Einbindung des Nationalparks sind bei dessen Management übergeordnete Regelungen zu berücksichtigen. Hierzu gehören die Naturschutzgesetze des Bundes und der Länder (BayNatSchG), die Verordnung über den Alpen- und den Nationalpark Berchtesgaden, die Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH) der EU und die Alpenkonvention.

 

Nationalparkverordnung

 

Bundesnaturschutzgesetz

 

Bayerisches Naturschutzgesetz

 

FFH-Richtlinie und Natura2000

 

Alpenkonvention

 

 

Internationale Richtlinien

Eine wichtige Orientierung geben auch die weltweit gültigen Richtlinien der World Conservation Union (IUCN-Richtlinien). Zahlreiche Arbeitsgruppen befassen sich immer wieder mit der Interpretation, Umsetzung sowie Regionalisierung der rechtlichen Grundlagen und internationalen Leitlinien (z.B. Aktionsplan für Schutzgebiete in Europa der IUCN, Positionspapier der ARGE-ALP, Leitbild von EUROPARC-Deutschland). Für den Nationalpark Berchtesgaden sind darüber hinaus die Vorgaben, die an die Verleihung des Europa-Diploms gebunden sind, von großer Relevanz.

 

IUCN-Richtlinie

 

Europa-Diplom

Seit 1990 ist der Nationalpark Berchtesgaden Träger des Europa-Diploms. Alle fünf Jahre wird geprüft, ob das Diplom erneuert oder aberkannt wird. Für das Diplom muss der Nationalpark einen jährlichen Bericht abgeben. Hier finden Sie den Bericht für das Jahr 2005:

 

ARGE-ALP-Resolution

 

EUROPARC-Leitbild

 

 

Beschreibung

Der Nationalparkplan dient dem Nationalparkmanagement als wichtige, verbindliche Handlungsgrundlage jeweils für die nächsten 10 Jahre. In ihm werden lang- und kurzfristige Ziele und Maßnahmen für die Entwicklung des Nationalparks festgelegt.

 

Nach 10 Jahren wird der Nationalparkplan überarbeitet und damit Handlungsvorgabe für die nächste Dekade. Der vorliegende Nationalparkplan für den Nationalpark Berchtesgaden wurde im Jahr 2001 herausgegeben.

 

Download

 

 

Informationen zu den Erholungsgebieten

Für Besucher offen zu sein, ist ein Gedanke, der in Nationalparken Tradition hat. Aus ihrer Gründerzeit vor 130 Jahren stammt die Aussage: „Nationalparke sind zu schaffen zum Wohle und zur Freude des Menschen“ (US Präsident Grant).

 

Deshalb ist eines der vier übergeordneten Ziele des Nationalparks, dem Menschen Erholungsmöglichkeiten zu bieten. Dies wird zum Beispiel gewährleistet durch ein Netz von insgesamt 260 km Wanderwegen und Bergsteigen. Während der Sommermonate ergänzen bewirtschaftete Unterkunftshütten und Berggasthäuser das Angebot.

 

Außerdem sind zahlreiche Almen, die während des Weidebetriebs frische Almprodukte anbieten, im Nationalparkgebiet zu finden.

 

Sehr viele Menschen suchen jährlich Erholung in der einmaligen Bergwelt des Nationalparks Berchtesgaden. Nach einer Studie waren es im Jahr 2003 ca. 1.2 Mio.! Um Beeinträchtigungen sensibler Lebensräume zu vermeiden, greift das Nationalparkmanagement zu Lenkungsmaßnahmen der Besucherströme, z.B. durch eine eindeutige Beschilderung oder den Unterhalt bestimmter Wege.

 

Sie können aber auch selbst zum Schutz der Natur im Nationalpark beitragen und so die Ursprünglichkeit der Alpenwelt erhalten. Bitte beachten Sie die Naturschutzbestimmungen des Nationalparks, die jede Veränderung der Natur untersagen und halten Sie sich an „Otto Ahnungslos“, der Ihnen zeigt, wie man es NICHT macht:

 

10 Zeichnungen der Dinge, die man bitte im Nationalpark nicht tun sollte: Mann wirft Müll weg, hört Radio, zeltet, lässt Hund springen, läuft hinter Gams her, biwakiert, macht Lagerfeuer, geht Wegabkürzungen, pflückt Blumen, Radfahrer scheucht Wanderer.

Forschung im Nationalpark

Der Nationalpark Berchtesgaden ist an einer Vielzahl von nationalen und internationalen Projekten beteiligt. Einige davon, hier Forschungsprojekte genannt, bestreitet der Nationalpark alleine, andere werden gemeinsam mit Universitäten und Ämtern, anderen Schutzgebieten o.ä. als Projektpartnerschaften durchgeführt. Die langfristige Umweltbeobachtung (Monitoring) spielt gerade in Anbetracht eines sich abzeichnenden Klimawandels eine bedeutende Rolle. Auch eine ganze Reihe von abgeschlossenen Projekten wird hier im Internet dargestellt.

 

Die Projekte werden von verschiedenen Sachgebieten betreut, oft sind sie auch fachübergreifend.

 

Nutzungen im Nationalpark

Bereits für die Jungsteinzeit (2500-2000 v.Chr.) ist belegt, dass die ersten Menschen den Berchtesgadener Raum durchstreiften. Von einer dauerhaften Besiedelung des Gebietes kann ab der Gründung der Fürstprobstei Berchtesgaden Anfang des 12. Jahrhunderts gesprochen werden.

 

Seitdem wird das Gebiet durch den Menschen genutzt und kultiviert. Der Mensch betreibt Land- und Forstwirtschaft, Jagd und Bergbau, er rodet und erholt sich und prägt damit das Gesicht der Landschaft.

 

Das Hochgebirge stellt mit seinen extremen Witterungsbedingungen und dem zum Teil unwegsamen Gelände eine natürliche Barriere für die Nutzung durch den Menschen dar.

Aus diesem Grund sind einige Bereiche des heutigen Nationalparks weitgehend unberührt geblieben. Andere Bereiche, die heute innerhalb der Nationalparkgrenzen liegen, sind besser erreichbar und klimatisch günstiger und wurden seit jeher für Almwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagd und Tourismus genutzt.

 

Dauersiedlungen existieren nicht. Wie sich die Nutzungen im Lauf der Jahrhunderte im Nationalpark entwickelt haben, wie sie heute noch ausgeübt werden und welche Konsequenzen daraus für das Schutzgebiet gezogen werden müssen, zeigen die folgenden Punkte. Hier finden Sie Informationen, Links zu den jeweiligen Kapiteln im Nationalparkplan (2001) und aktuelle Daten und Fakten.

 

Alm- und Landwirtschaft

Die Almwirtschaft ist eine seit über 1000 Jahren traditionelle Nutzungsform im Nationalpark Berchtesgaden. In der Pflegezone des Nationalparks sind auch heute noch rund 20 bestoßene Almen zu finden.

 

Holzwirtschaft

Die jahrhunderte lange Bewirtschaftung - vor allem zu Zwecken der Salzgewinnung - hat die Strukturen des Waldes im Berchtesgadener Land stark geprägt. Eine der Aufgaben der Nationalparkverwaltung ist es nun durch zeitlich begrenzte Maßnahmen die natürliche Waldentwicklung zu unterstützen. So sollen Auflichtung des Altbestandes und Pflanzung junger Bäume dazu beitragen, dass nach und nach ein naturnaher Bergmischwald aus Fichte, Tanne, Buche und Bergahorn, in höheren Lagen Lärche, entsteht.

 

Jagd

Nachdem über Jahrhunderte der Bereich des heutigen Nationalparks Berchtesgaden als königliches Jagdgebiet, z.B. zur Trophäenjagd, genutzt worden war, wird die Jagd heute ausschließlich als Managementaufgabe der Nationalparkverwaltung ausgeführt.

 

Tourismus und Erholungsnutzung

Der Tourismus im Berchtesgadener Land kann auf eine über 100jährige Geschichte zurückblicken. Er ist heute der wichtigste Wirtschaftszweig des Gebietes. Auch der Nationalpark Berchtesgaden wird touristisch und für die Erholung genutzt: Wandern, Übernachten auf Hütten, mit dem Schiff über den Königssee fahren, verschiedene sportliche Aktivitäten...

 

Es besteht seit vielen Jahren eine Zusammenarbeit der Nationalparkverwaltung mit der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (BGLT) bzw. dem Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee, den „Five for Fun“ (Jennerbahn, Kehlsteinhaus, Königsseeschifffahrt, Salzbergwerk, Watzmann Therme) und den Hüttenwirten, die ihre Gaststätten und Hütten im Nationalpark betreiben.

 

Darüber hinaus ist der Nationalpark Berchtesgaden mit einem Sitz im Fachbeirat der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH und als nicht stimmberechtigtes Mitglied im Fremdenverkehrsverband vertreten.

 

Sonstige Nutzungen

Für viele weitere Zwecke wird der Naturraum des Nationalparks Berchtesgaden genutzt. Sie sind hier im Folgenden zusammengefasst. So verschiedenen Nutzungen wie Erholungsnutzung im Winter als auch Nutzungen durch die Bundeswehr und den Bundesgrenzschutz finden Sie unter den folgenden Links. Wie diese Nutzungen so naturverträglich wie möglich gestaltet werden können, dafür gibt der Nationalparkplan Empfehlungen.

Umweltbildung im Nationalpark

„Ich ging auf keine Eurer höheren Schulen, und doch besuchte ich die beste Universität, die es gibt, die große Universität draußen in der Natur“, so spricht der Indianer Tatanga Mani in seiner Rede vor den Weißen.

 

Umweltbildung, Information und Öffentlichkeitsarbeit sind wichtige Aufgabenbereiche eines Nationalparks. Sie sind stark miteinander verknüpft und werden aus diesem Grund hier gemeinsam behandelt.

 

Die Umweltbildung übernimmt dabei die Funktion, ihre Zielgruppen bzw. den Einzelnen aus dieser Zielgruppe möglichst individuell anzusprechen. Naturerleben mit allen Sinnen steht im Vordergrund. Information und Öffentlichkeitsarbeit sollen eine größere, heterogenere Gruppe erreichen.

 

Beide verfolgen die Absicht, der Öffentlichkeit die Ziele des Nationalparks nahe zu bringen, dadurch möglichst große Transparenz zu schaffen und damit die Akzeptanz des Nationalparks in der Öffentlichkeit zu fördern.

 

Die Umweltbildung schafft dies durch positive Naturerfahrungen vor Ort, z.B. bei einer Wanderungen oder einer Wildniswoche mit einer Schulklasse. Information und Öffentlichkeitsarbeit bedienen sich der Mittel Pressemeldung, Broschüren/Publikationen und Vorträge. Der Nationalparkdienst nimmt eine Sonderrolle ein, da er sowohl für die Information von Besuchern im Gelände und Umweltbildung als auch für Gebietskontrolle und technische Unterstützung - z.B. von Forschungsprojekten - zuständig ist.

 

Geschichte des Nationalparks Berchtesgaden

Der Nationalpark Berchtesgaden kann auf eine lange Schutzgebietsgeschichte zurückblicken: Bereits 1910 wurde eine Fläche von 8.600 ha im südöstlichen Teil des heutigen Nationalparkgebietes als „Pflanzenschonbezirk Berchtesgadener Alpen“ ausgewiesen. Damit sollte vor allem der Handel mit Alpenpflanzen eingedämmt werden. Eine Erweiterung des Schutzgebietes auf rund 20.400 ha erfolgte im März 1921 mit der Ausweisung des „Naturschutzgebietes Königssee“.

 

Als Reaktion auf die Idee, den Watzmann mit einer Seilbahn zu erschließen, ergriff 1953 der Deutsche Naturschutzring mit der Forderung nach einem Nationalpark die Initiative. Im Europäischen Naturschutzjahr 1970 wurde diese Idee wieder aufgegriffen und mündete am 13.07.1972 in den Beschluss des Bayerischen Landtags, einen Bayerischen Alpenpark im Naturschutzgebiet Königssee zu planen.

 

Am 01.08.1978 war es dann endlich soweit: Die „Verordnung über den Alpen- und den Nationalpark Berchtesgaden“ trat in Kraft. Seit dem Jahre 1991 bilden der Nationalpark mit einer Größe von 20.808 ha und sein Vorfeld ein von der UNESCO anerkanntes Biosphärenreservat.

 

 

Informationen über die Gründung des Nationalparks Berchtesgaden finden Sie auch unter:

 

Die Biosphärenregion Berchtesgadener Land

Biosphärenreservate wurden von der UNESCO erstmals 1968 im Rahmen des Programms „Men and Biosphere“ („Mensch und Biosphäre“) eingerichtet. Ziel ist es, weltweit Gebiete unter Schutz zu stellen, die einen bestimmten Lebensraum oder eine ökologische oder kulturelle Besonderheit darstellen. Biosphärenreservate sind Modellregionen, in denen das Zusammenleben von Mensch und Natur beispielhaft entwickelt und erprobt wird. Es geht hier also nicht in erster Linie um Naturschutz, sondern auch um die Bewahrung und Entwicklung von Kulturlandschaften, um die Erforschung von Natur, nachhaltige Regionalentwicklung und Anschauungsbeispiele für Bildung und Wissenschaft.

 

Das Biosphärenreservat Berchtesgaden besteht seit 1990, wurde 2010 auf den gesamten Landkreis Berchtesgadener Land erweitert und 2012 in Biosphärenregion umbenannt Auch Biosphärenreservate sind in Kern-, Pflege-/Puffer- und Entwicklungszonen untergliedert. Der Nationalpark Berchtesgaden stellt dabei die Kern- und Pflegezone der Biosphärenregion, das Nationalparkvorfeld die sogenannte Entwicklungszone dar. Stehen innerhalb des Nationalparks bzw. der Kernzone Schutz und Erhaltung der Naturlandschaft im Vordergrund, sind die Ziele im Vorfeld die Erhaltung und Entwicklung der Kulturlandschaft.

 

Mehr Informationen über Biosphärenreservate:

 

Biosphärenregion Berchtesgadener Land:

Nationalpark-Management

Das Motto eines Nationalparks ist „Natur Natur sein lassen“. Management bedeutet aber aktives Handeln und Eingreifen in die natürlichen Abläufe. Wie passt das zusammen, warum ist das nötig?

 

Die Geschichte spielt hier eine große Rolle: Das Gebiet des Nationalparks ist seit Jahrhunderten genutzt und liegt insgesamt in dem dicht besiedelten Raum „Mitteleuropa“.

Es dient als Fläche für Land- und ehemals Holzwirtschaft, wird von Millionen zur Erholung genutzt und ist gleichzeitig ein Naturschutzgebiet höchsten Ranges.

 

Das Nationalparkmanagement arbeitet daran, Nutzungskonflikte zu erkennen, wenn möglich zu beseitigen oder abzumildern. Dies kann nur gelingen, wenn die Kreisläufe der Ökosysteme sowie die Ausstattung des Naturraums mit Pflanzen- und Tierarten hinreichend erfasst und erforscht sind - eine weitere wichtige Aufgabe von Nationalparkmanagement und Forschung. Der Nationalpark ist als Großschutzgebiet zudem auf Ebene der EU, des Bundes und der Länder in verschiedene Naturschutzgesetze und Richtlinien eingebunden. Die Umsetzung dieser Gesetze ist ebenso Sache des Nationalparkmanagements.

 

Als Richtlinie für zukünftige Maßnahmen gilt der Nationalparkplan. Er wurde im Jahr 2001 herausgegeben und zeigt die Richtung und Handlungsmaßnahmen für die nächsten 15 Jahre auf.

 

Arbeitsbereiche:

  • Arten- und Biotopschutz / Natura2000
  • Waldumbau und Wildmanagement
  • Wegekonzept / Besucherlenkung
  • Drachen- und Gleitschirmkonzept
  • Hubschrauber
  • Skibergsteigen umweltfreundlich



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