• © Nationalpark Berchtesgaden
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Spechtbezogene Analyse der Waldentwicklungsplanung

Im Jahr 2003 wurde mit der Erstellung einer Fachplanung für die Waldentwicklung begonnen. Ziel der waldbaulichen Maßnahmen ist es, standortfremde Fichtenbestände in der permanenten Pflegezone des Nationalparks hin zu Bergmischwäldern zu entwickeln. Dies soll durch femelartige Eingriffe erfolgen. Der Auftrag dazu ist sowohl in der Verordnung über den Nationalpark vorgegeben als auch von internationalen Gremien gefordert. Ein grundsätzlicher Konflikt mit naturschutzfachlichen Belangen besteht nicht. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass sich die geplanten Maßnahmen für bestimmte Tierarten in einzelnen Bereichen (eventuelle Teillebensräume) negativ auswirken können. Auch ist zu überprüfen, wie sich die Maßnahmen im Hinblick auf bestimmte Tierarten optimal gestalten lassen können (z.B. Vermeiden von Sekundär-Schäden). Ein Abgleich der waldbaulichen Fachplanung mit tierökologischen Aspekten muss also im Einzelfall erfolgen. Da Spechte eng an waldbauliche Maßnahmen und an die strukturellen Gegebenheiten sowie das Artenspektrum von Wäldern gebunden sind, stellen diese Arten absolut planungsrelevante Tierarten im Rahmen der Waldentwicklungsplanung dar.

 

Projektleitung:

LTD FD Hans-Jürgen Gulder

 

Projektbearbeitung:

Peter Pechacek (Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft)

 

Naturschutzfachliche Fragestellungen

Da alle Spechtarten zu den Standvögeln bis Teilziehern zählen und einige der Arten sogar eine ausgesprochene Reviertreue aufweisen (BAUER, H.-G., BERTHOLD, P., 1996) sollen für die im Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie gelisteten Spechtarten des Nationalparks (Schwarzspecht, Grauspecht, Weißrückenspecht und Dreizehenspecht) revierbezogene Habitatanalysen durchgeführt werden. Soweit möglich sollen die Spechtreviere flächenscharf, sowie innerhalb der Reviere Teillebensräume unter Angabe ihrer Funktion abgegrenzt und zentrale Habitatrequisiten (z.B. Brutbäume) punktgenau kartiert werden (hierzu sind auch Vorgaben im Rahmen von NATURA 2000 zu beachten). Neben der kartographischen Darstellung dieser Parameter soll auch eine Bewertung des Erhaltungszustandes nach den Vorgaben von Natura 2000 erfolgen.

Umsetzung der Forschungsergebnisse

Auf Grundlage dieser Angaben sollen dann die waldbaulichen Zielbestände der Waldentwicklungsplanung (ca. 800 ha verteilt auf die permanente Pflegezone) hinsichtlich der vier genannten Spechtarten bewertet werden. Ein Auftrag hierzu resultiert aus der Umsetzung des Nationalparkplans, aber auch aus der Umsetzung der NATURA 2000–Richtlinie, die ein Verschlechterungsverbot für den Erhaltungszustand der in den Anhängen der Richtlinie aufgeführten Arten ausspricht.

Zeitplan, Finanzierung, Allgemeines

Das Projekt hat te ine befristete Laufzeit von 01.01.2004 bis 28.02.2005. Es wurde vom BayStMinLU finanziert und von der Bayerischen Landesanstalt für Land und Forstwirtschaft getragen.



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