Integratives Fachinformationszentrum

Das Geographische Informationssystem und die zugehörigen Fachdatenbanken sind ein wichtiges Planungsinstrument der Nationalparkverwaltung. Die dort gespeicherten Grundlagendaten zur natürlichen Ausstattung und zu den Nutzungen wurden als planungsrelevante Indikatoren für den Nationalparkplan, insbesondere für die Abgrenzung der Kern- und Pflegezone, genutzt (Nationalparkplan, S. 9). Diese Arbeiten haben bereits bewiesen, dass die Fachinformationssysteme (bestehend aus GIS und relationaler Datenbank) bedeutende Integrationsfunktionen übernehmen, indem Daten aus den unterschiedlichen Sachgebieten zentral gespeichert werden und auf diesem Wege zusammengeführt und integriert bearbeitet werden können (Nationalparkplan, S. 164).

 

Veränderte Rahmenbedingungen seit 2001

Seit Verabschiedung des Nationalparkplans im Jahr 2001 sind wichtige Meilensteine hinzu gekommen, die die Entwicklung der Berchtesgadener Fachinformationssysteme beeinflussen werden:

 

  • Die IuK – Landesstrategie für die bayerische Staatsverwaltung ist erarbeit worden und für alle Landesbehörden verbindlich. Ziel dieser Strategie ist es, die IuK-Anwendungen zu konsolidieren (Zentralisierung – Standardisierung – Kostentransparenz)
  • Die Inspire-Richtline der EU (Infrastructure for Spatial Information in Europe) gilt auch für Bayern. Gesetzentwürfe auf nationaler und bayerischer Ebene liegen vor.
  • Die Umsetzung der EU-Richtline über den freien Zugang zu Umweltinformationen in das Deutsche und Bayerische Umweltinformationsgesetz von 2003 bzw. 2007
  • Die laufende EU-Initiative für ein gemeinsames Umweltinformationssystem (SEIS = Shared Environmental Information System), die entweder in einer eigenen Richtlinie umgesetzt oder in bestehende Richtlinien integriert wird.

Entwicklung der Hard- und Software seit 2001

In den letzten 10 Jahren ist das Internet ein zentrales Arbeitsinstrumentarium für alle Bereiche der Wirtschaft und Verwaltung geworden. Fast alle Datenbanksysteme und Software für Geographische Informationssysteme (GIS) sind internetfähig. Auf dieser Basis müssen die vor 20 Jahren entwickelten Datenstrukturen weiterentwickelt werden. Heute besteht die Möglichkeit, alle Anwendungen so zu implementieren, dass auch die entlegensten Nebenstellen mit Internetanschluss auf diese zentralen Anwendungen zugreifen können.

Zwang zur Weiterentwicklung der Nationalpark-Fachinformationssysteme

Die GIS-Daten den Nationalparkverwaltung sind z.T. vor über 20 Jahren erarbeitet und seither weitergeführt worden. Dennoch ist die damalige Struktur heute nicht mehr zeitgemäß. Aus diesem Grund wird die Weiterentwicklung der Strukturen vor dem oben genannten Hintergrund der Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Hard- und Software in einem laufenden Projekt geprüft. Folgende Strukturen sind bisher aufgebaut worden:

 

  • Fachinformationssystem Botanik
  • Fachinformationssystem Zoologie
  • Fachinformationssystem Klima
  • Fachinformationssystem Wasser
  • Fachinformationssystem Wald (–Wild)
  • Fachinformationssystem Landschaft
  • Fachinformationssystem Umweltbildung

 

Diese Informationssysteme werden zentral vorgehalten.

Darauf bauen folgende Anwendungen auf:

Angewandte Forschungsprojekte zur Unterstützung der Nationalparkarbeit gem. Nationalparkplan sowie der damals bestehenden und inzwischen hinzu gekommenen Berichtspflichten und der laufenden Genehmigungsverfahren

 

  • Analysen für Forschung und Planung
  • Modellierung unter Einbeziehung aller Informationssysteme für die Gesamtanalyse, z.B. Wasserhaushaltsmodell oder Schneemodell oder Verbreitung von Tier- und Pflanzenarten
  • Langfristige Umweltbeobachtung als Beitrag zur ökosystemaren Umweltbeobachtung.
  • Zeitreihenanalysen und Monitoring. Dies ist erst bei den o.g. Strukturen möglich.
  • Umweltbildung
  • (Öffentlichkeitsarbeit?)
  • Mögliche flexible Darstellung im neuen Haus der Berge

 

Diese Anwendungen müssen mit dem wachsenden Datenbestand und dem technischen Fortschritt weiterentwickelt werden. Sie müssen für interne und externe Nutzer visualisiert, dokumentiert und für weitere Nutzungen zugänglich gemacht werden.

Nutzen

Wenn der oben skizzierte Weg weiterfolgt wird, ist ein interner Informationsfluss für alle Sachgebiete der Nationalparkverwaltung sowie eine öffentliche Präsentation der Fachinformationssysteme gewährleistet. Es werden Synergieeffekte erzielt. Der Abgleich der Maßnahmen in den einzelnen Sachgebieten ist strukturell sichergestellt. Dies trifft insbesondere für Forschung sowie Planung und Management, aber auch für Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit zu.



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