Hydrologische Modellierung des Wasserhaushaltes

Der Nationalpark Berchtesgaden umfasst eine Höhendifferenz von 603 – 2713 m. ü. NN. . Das Klima und die hydrologischen Prozesse sind demnach, wie generell in hochalpinen Regionen, sehr heterogen. Außerdem besteht das Gestein hauptsächlich aus löslichem Kalkgestein, was zur Folge hat, dass unterirdische Fließwege des Wassers meist unbekannt sind.

 

Ein Forschungsziel des Nationalparkplans ist die langfristige Untersuchung des Einflusses des Klimawandels auf alpine Ökosysteme. Wichtigste Maßnahmen sind hierbei die langfristige Klimabeobachtung und die Untersuchung von Klimaeinflüssen auf die Wasserhaushaltsgleichung in dieser Region. Der dahinterliegende Grund ist die Sicherung der Wasserversorgung für Wiesen und Hütten und die umliegenden Gemeinden. Seit der Gründung des Nationalparks sind zehn karsthydrologische Untersuchungen (Traceruntersuchungen) durchgeführt und ein Klimanetzwerk mit ingesamt 39 automatischen und mechanischen Stationen aufgebaut worden.

 

Um die gesammelten Daten zu analysieren und letztendlich das Ziel des Nationalparkplanes zu realisieren, hat die Nationalparkverwaltung zwei Projekte in Zusammenarbeit mit dem Institut für Meteorologie und Klimaforschung der Universität Karlsruhe und dem Institut für Geographie und Raumforschung der Karl-Franzens Universität Graz begonnen. Diese zwei Projekte werden in enger Zusammenarbeit durchgeführt.

 

Analyse der Karstwassersysteme

Im Rahmen dieses Projektes wird die Wasserhaushaltsgleichung für verschiedene Einzugsgebiete im Nationalpark Berchtesgaden angewendet um Eigenschaften des Karstes abgrenzen zu können. Die Wasserhaushaltsgleichung wird in verschiedenen Zeit (Wochen, Monate, Ereignisbezogen) und Raumskalen (verschiedene Einzugsgebietgrößen). Das zugrundeliegende Ziel ist es die Grundwasserkomponente eines Wasser und Stofftransportmodells zu verbessern.

 

Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Meteorologie und Klimaforschung, IMK – IFU, Garmisch Partenkirchen und der Nationalparkverwaltung Berchtesgaden

 

Als ein erster Schritt wird die Wasserbilanz in der Region unter Betrachtung von unterschiedlichen Raum- und Zeitskaen analysiert um die Einflüsse von Karsteigenschaften zu untersuchen. Das Modell wird speziell zu den lokalen Anforderungen des Gebiets angepasst und für historische und klimatische Änderungssimulationen angewendet. Das neue Projekt heißt „KarstNPB“ und hat am 1.2.09 begonnen und ist für 3 Jahre eingeplant.

 

 

Betreuer:

Prof. Dr. Ulrich Strasser

 

Projektbearbeiterin:

Dr. Gabi Leonhardt

Untersuchung des hydrologischen Kreislaufes und der Schneedeckendynamik

Ziel dieses Projekts ist die Analyse des hydrologischen Kreislaufs in der Region des Nationalparks Berchtesgaden mit besonderer Berücksichtigung der Schneedeckendynamik. Hierzu wird ein flächenverteilt rechnendes hydrologisches Modell eingesetzt, das im Rahmen dieser Arbeit um ein hochgebirgsspezifisches Schneemodell erweitert wird. Das neue Modellsystem wird mit Stations- und Fernerkundungsdaten validiert und soll eine möglichst präzise numerische Analyse des regionalen Wasserhaushalts und eine Abschätzung zu erwartender Veränderungen mit dem Klimawandel ermöglichen. Das Projekt wird seit Oktober 2008 in enger Zusammenarbeit mit dem

 

 

durchgeführt und ist mit einer Laufzeit von drei Jahren angesetzt.

 

 

Betreuer:

Prof. Dr. Harald Kunstmann

 

Projektbearbeiter:

Dr. Michael Warscher

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