• © Nationalpark Berchtesgaden
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Klimamessnetz

Für die langfristige Umweltbeobachtung globaler Klimaveränderungen und ihrer Auswirkungen auf alpine Ökosysteme sind Klimastationen errichtet worden (s. Nationalparkplan, S. 167). Die Daten beschreiben räumlich hochaufgelöst das lokale Klima in der hochalpinen Region. Die mittlerweile langjährigen Datenreihen werden insbesondere für die Dokumentation des Klimawandels benötigt.

 

Ansprechpartnerin und Projektkoordination:

Annette Lotz

 

Projektdurchführung:

  • Deutscher Wetterdienst (Regionalbüro München)
  • Nationalparkdienst

 

Stand

Das Stationsnetz besteht überwiegend aus automatischen Stationen der Nationalparkverwaltung.

 

Link zu den Bildern der automatischen Stationen im Nationalpark Berchtesgaden

 

Folgende Parameter werden gemessen

 

  • Lufttemperatur
  • Luftfeuchte
  • Windrichtung und Windgeschwindigkeit
  • Globalstrahlung und Rückstrahlung
  • Niederschlag
  • Schneehöhe 

Überführung Wetterdaten in die zentrale Datenbank der NPV

Die Werte der automatischen Stationen werden per Mobilfunk in den Messdatenserver der Fa. Sommer übertragen und dort mit Hilfe eines Java-Programms in die zentrale Datenbank der Nationalparkverwaltung beim Rechenzentrum Süd überführt. Gleichzeitig werden sie an die Bayerische Lawinenwarnzentrale und den Bayerischen Hochwassernachrichtendienst übermittelt.

 

Automatische Verarbeitung der Klimadaten

 

An einigen ausgewählten Standorten werden zudem Schneemessfelder eingerichtet. Automatische Niederschlagsmessungen können im alpinen Gelände ohne Stromversorgung derzeit nur sehr schwierig kontinuierlich durchgeführt werden.

 

Klimastationen

 

Die Klimastreifen der noch verbliebenen mechanischen Stationen werden derzeit beim Deutschen Wetterdienst, Regionalbüro München, ausgewertet. Die aus den Streifen erstellten digitalen Werte werden in die zentrale Datenbank eingelesen.

Datenbereitstellung

Die Klimadaten werden von der Nationalparkverwaltung in Absprache mit dem Deutschen Wetterdienst zu Forschungszwecken angegeben. In allen anderen Fällen müssen die Daten direkt beim DWD angefordert werden.

Auswertung der Temperaturmessungen

Die Lufttemperatur sinkt mit zunehmender Höhe. Die gemessenen Temperaturwerte der Klimastationen der Nationalparkverwaltung wurden auf dieser Basis analysiert. KONNERT (2011) wertete die Tagesmittelwerte aller Stationen seit 1993 aus. Dies beinhaltet zusätzlich die Werte der automatischen Stationen seit 2005:

 

Abbildung 1: Mittlere Tagestemperatur für Höhenstufen im Nationalpark (cf. KONNERT 2004, KONNERT 2011)

 

Abbildung 1:

Mittlere Tagestemperatur für Höhenstufen im Nationalpark (cf. KONNERT 2004, KONNERT  2011)

 

Abbildung 1 zeigt die mittlere Tagestemperatur. Jede Linie repräsentiert dabei eine Höhenstufe (200m – Schritte). Diese Werte wurden aus allen Klimastationen errechnet. Es ist ersichtlich, dass in tieferen Lagen durchschnittlich höhere Temperaturen herrschen als in hohen Lagen.Der Temperaturgradient für jeden Tag des Jahres, basierend auf dem gesamten Klimamessnetz der Nationalparkverwaltung, ist in Abb. 2 dargestellt:

 

Abbildung 2.: Täglicher Höhengradient der Lufttemperatur(Abnahme der Lufttemperatur pro 100 Höhenmeter) errechnet aus allen Klimastationen des Nationalparks Berchtesgaden. Die Klimastationen stehen auf einer Höhe zwischen 600 m und 2600 m NN (KONNERT 2011). Die stärkeren Schwankungen in kurzer Zeit können durch die kurze Messdauer der automatischen Klimastationen in den höheren Lagen erklärt werden. Diese Schwankungen sollten in den kommenden 20 Jahren durch längere Messreihen minimiert sein.

 

Abbildung 2.:

Täglicher Höhengradient der Lufttemperatur(Abnahme der Lufttemperatur pro 100 Höhenmeter) errechnet aus allen Klimastationen des Nationalparks Berchtesgaden. Die Klimastationen stehen auf einer Höhe zwischen 600 m und 2.600 m NN (KONNERT 2011). Die stärkeren Schwankungen in kurzer Zeit können durch die kurze Messdauer der automatischen Klimastationen in den höheren Lagen erklärt werden. Diese Schwankungen sollten in den kommenden 20 Jahren durch längere Messreihen minimiert sein.

 

Die Auswertung zeigt, dass der Temperaturgradient im Winter geringer ist als im Sommer. Der Höhengradient liegt im Winter für die Höhe zwischen 600 m und 2600 m NN bei fast 0 °C, in Frühjahr und Herbst zwischen -0.3 and -0.5 °C und im Sommer meist bei -0,6, manchmal bei -0,7 °C. Dies ist wahrscheinlich auf die sehr häufigen Temperaturinversionen im Winter und die häufigen Temperaturinversionen in Frühjahr und Herbst zurückzuführen.

 

Abbildung 3: Verlängerung der Vegetationsperiode, basierend auf Abb. 1 (10 °C Durchnitts-Tagestemperatur) und der Annahme, dass sich die Temperatur in den nächsten 100 Jahren um 4 °C erhöhen kann (vgl. IPCC – Szenarien). Derzeit ist nicht bekannt, wie sich Niederschlag, Feuchte, Strahlung ändern, wie sich die Schneedecke verhalten wird und ob die Bodenbildung mit den sich verändernden klimatischen Bedingungen Schritt hält und soll in dem Projekt zum Wasserhaushalt geklärt werden.  Dies alles wird die vermutete Wanderung der Vegetation nach oben beeinflussen.

 

Abbildung 3.:

Verlängerung der Vegetationsperiode, basierend auf Abb. 1 (10 °C Durchnitts-Tagestemperatur) und der Annahme, dass sich die Temperatur in den nächsten 100 Jahren um 4°C erhöhen kann (vgl. IPCC – Szenarien). Derzeit ist nicht bekannt, wie sich Niederschlag, Feuchte, Strahlung ändern, wie sich die Schneedecke verhalten wird und ob die Bodenbildung mit den sich verändernden klimatischen Bedingungen Schritt hält und soll in dem Projekt zum Wasserhaushalt geklärt werden.  Dies alles wird die vermutete Wanderung der Vegetation nach oben beeinflussen.

Literatur

Links:



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