Waldinventur

Die Nationalparkverwaltung führt regelmäßig Waldinventuren durch, um großflächig den aktuellen Waldzustand zu erfassen und den Erfolg von Waldpflegemaßnahmen in der Pflegezone zu dokumentieren. Anhand einer Waldinventur können Aussagen über Natürlichkeitsgrad und Biodiversität örtlicher Waldstrukturen getroffen sowie im Vergleich zu früheren Inventuren Veränderungen und Entwicklungstendenzen der Waldbestände über langjährige Zeiträume aufgezeigt werden. Zudem bildet die Inventur eine forst- und umweltpolitische Grundlage für den Schutz des Waldes im Nationalpark Berchtesgaden.

 

Nach der I. (1984) und II. (1997) steht nun die III. Waldinventur an: Auf permanent markierten Stichprobepunkten, die gleichmäßig in einem 100x200 Meter Raster im Nationalpark verteilt sind, werden jeweils ca. 80 forst-, naturschutz- und nationalparkspezifische Parameter aufgenommen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Angaben über Baumarten, Altersstrukturen, Verjüngung, Sträucher, Totholz, Kleinbiotope, Belastungen und Verbiss. Für die Datenaufnahme der Parameter an den Probepunkten stehen moderne Aufnahmecomputer mit GPS-Anbindung und entsprechende Datenbanken und Software zur Verfügung. Die Ergebnisse und Auswertungen der Datenerhebung stellen eine wichtige Basis für die Waldentwicklungsplanung dar und liefern die Datengrundlage für die kommende Forsteinrichtung.

 

Derzeit bereitet die Nationalparkverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet für Waldinventur und nachhaltige Nutzung der Technischen Universität München die methodischen und organisatorischen Rahmenbedingungen vor. Im Jahr 2010 werden dann Inventurtrupps à 2 Personen zunächst auf rund 2.700 Stichprobepunkten in der permanenten und temporären Pflegezone des Nationalparks die benötigten Parameter erheben. Im Anschluss an die Pflegezone soll in den Jahren 2011 und 2012 die Datenerhebung in der Kernzone erfolgen.

 

Projektleitung und -durchführung / Ansprechpartner im Nationalpark

Bernd Becker

 



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