• © Nationalpark Berchtesgaden
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Quellen in den bayerischen Nationalparken als Zeiger des Klimawandels

Projektbeschreibung

An Quellen tritt das Grundwasser zu Tage, sie sind ein ganz besonderes Übergangsbiotop und neben der Wassermenge und Wasserqualität auch von sehr speziellen und angepassten Tierarten besiedelt. Rund 300 Quellen befinden sich Nationalparkgebiet, etwa die Hälfte davon wurde schon genauer untersucht. Sie kommen von 600 Höhenmeter am südlichen Königseeufer bis zu über 2000 m im Steinernen Meer vor. Es sind eine Vielzahl von Quelltypen vorhanden, zum Beispiel alpine Fallquellen, Fließquellen aber auch Sickerquellen. Viele sind von Fels und großen Blöcken gekennzeichnet, andere haben feineres Substrat (HOWEIN, 1998). Es gibt Quellen in beweideten Gebieten, aber auch ungestörte Standorte in offenen Steilhängen oder Wald. Einige Quellen mit großen unterirdischen Fließwegen im Hintergrund können große Schüttungsschwankungen aufweisen. Diese unterirdischen Fließwege wurden durch Karstwassermarkierungsversuche festgestellt. Wie viel Wasser in Quellen fließt und wie sich diese Menge im Jahresverlauf verändert, hängt mit dem Klima in einer Region zusammen. Ändert sich das Klima, können sich auch die Quellen verändern und damit auch der Lebensraum für die darin lebenden Tierarten.


Die Quellen des Nationalparks Berchtesgaden und ihre Bewohner wurden in den vergangenen Jahren in wissenschaftlichen Arbeiten untersucht. Viele Quellen wurden strukturell beschrieben und über längere Zeit wurden die physikalischen Parameter Temperatur, pH-Wert, Leitfähigkeit, Sauerstoffgehalt gemessen. Von einigen Quellen wurden auch chemische Parameter untersucht. In zahlreichen kleineren Untersuchungen wurde die Fauna an den Quellen beschrieben. (Quellmonitoring).

 

Das Forschungsprojekt Quell NPB „Quellen in den bayerischen Nationalparken als Zeiger des Klimawandels“ fasst nun das gesammelte Wissen aus dem Berchtesgadener Gebiet zusammen und entwickelt eine Methode, wie Quellen künftig nach einem einheitlichen Standard beobachtet werden können.

Ziel ist es dabei festzulegen:

  • Welche Quellen man in einem Gebiet am besten für ein Monitoring auswählt und warum
  • Wie diese Quellen am besten beschrieben werden und wie oft
  • Wie oft die Parameter Temperatur, pH-Wert, Sauerstoffgehalt und Leitfähigkeit gemessen werden sollen und wie oft
  • Welche Tierarten in regelmäßigen Wiederholungen untersucht werden sollen
  • Wie die erhobenen Daten langfristig abgespeichert werden sollen.

 

Diese Methode wird im Nationalpark Berchtesgaden entwickelt und auf den Nationalpark Bayerischer Wald übertragen. Aus der Erfahrung wird dann ein genereller und übertragbarer Leitfaden für andere Gebiete entwickelt.

 

Wird diese empfohlene Methode anschließend über einen längeren Zeitraum angewendet, so kann festgestellt werden, ob Quelllebensräume Veränderungen unterliegen. Zudem lässt ich mit der neuen Methode erkennen, ob der Klimawandel Auswirkung auf diese Lebensräume hat.

 

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V. (LBV), eine Organisation mit langjähriger Erfahrung im Quellschutz, begleitet das Projekt. Langfristig soll das Konzept mit einem eigens erstellten Leitfaden auch in weiteren Gebieten Anwendung finden.




Projektleitung:

Annette Lotz, Dr. Gabi Leonhardt

 

Projektdurchführung:

Dr. Gabi Leonhardt

 

Projektpartner:

Nationalpark Bayerischer Wald, Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.

 

Literatur

HOWEIN, H. 1998: Erfassung und strukturelle Typisierung der Quellen im Nationalpark Berchtesgaden. Diplomarbeit Universität Erlangen-Nürnberg, physische Geographie, 1-113 + Anhang



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